BIZARRER SEX UNTERM MIKROSKOP!
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LIEBE FUNKKOLLEGINNEN!

LIEBE FUNKKOLLEGEN!

LIEBE FREUNDE DES  ECHO FOXTROTT WHISKY – CLUBS!

Da es viele positive Leserreaktion zu meinen beiden „Artikeln“:

„Die Wände hoch…“ und „Erforschung des Mikrokosmos“ gab, wurde auch mehrfach der Wunsch geäußert,  noch etwas  besonders „Interessantes“ und „Ausgefallenes“ über Insekten zu bringen. Diesem Wunsch komme ich gerne nach. Besonders „Interessant“, „Ausgefallen“  aber auch sehr grausam finde ich die Sexualpraktiken mancher Insekten.

Kindersex, Inzest, Gattenmord und Kannibalismus  –  im Reich der Insekten ist das an der Tagesordnung. Bei der Weitergabe der eigenen Gene kennt weder Käfer noch Honigbiene Pardon. Besonders traurig ist das Schicksal der männlichen Honigbienen.

Denn der erste Geschlechtsakt ist für die Drohnen der letzte. Sie verankern ihren dreiteiligen Penis ganz fest in der Vagina der Biene, ehe nach dem Samenerguss der ganze Hinterkörper mit einem lauten, auch für menschliche Ohren „angeblich“ hörbaren Knall abgesprengt wird. Dann stirbt das Männchen, denn für den Erhalt der Art hat es seine Schuldigkeit getan.  So manche Leserinnen und mancher Leser werden es bereits gewusst haben, dass Drohnen nach der Paarung sterben.

„Bizarrer Sex unterm Mikroskop“ - keine Frage, ein sehr ungewöhnlicher Titel für diesen Beitrag. Es geht dabei um einige „Bizarre Sexualpraktiken“ von Insekten.

Wenn Wanzen, Flöhe und Käfer intim werden, ist Vielfalt Trumpf. Am Beginn gibt es einige Fotos (fast schon „Jugendverbot“) über das Liebesleben und die  „Liebeswerkzeuge“. Bei den Fotos 2 – 8 handelt es sich um sehr starke mikroskopische Vergrößerungen.

„Foto 1“ – Meine Wenigkeit - Henry 1 -  beim Mikroskop.

 „Foto 2“ - Penis mit Stacheln beim Bohnenkäfer. Auf den ersten Blick sieht der Penis des Vierfleckigen Bohnenkäfers wie ein Plüschstab aus. Doch unter dem Mikroskop entpuppt er sich als wahres Schreckensinstrument. Für viele Leserinnen und Leser vermutlich unvorstellbar. Die Beschreibung des Geschlechtsaktes des Vierfleckigen Bohnenkäfers klingt wie das Drehbuch zu einem üblen Horrorfilm. Das Männchen dieses Vorratsschädlings rammt dabei seinen mit harten, scharfen Stacheln versehenen Penis derart brutal in den „Geschlechtstrakt“ des Weibchens, dass dieser durchbohrt wird und tiefe Wunden entstehen. Den Grund für dieses grausame Treiben sehen Forscher in einer gewünschten „Keuschheitsgürtel-Funktion“: Dem Weibchen soll die Lust an weiteren Geschlechtsakten mit anderen männlichen Bohnenkäfern vergehen. Eine brutale Absicherung der Weitergabe der eigenen Gene – aber bei weitem nicht die einzige im bizarren Sexualleben der Insekten. Dazu fällt mir nur ein Satz ein: „Oh du grausame Natur!“

„Foto 3“ – Vierfleckige Bohnenkäfer bei der Paarung.

„Foto 4“ - Läuse bei der Paarung.

„Foto 5“ – Wanzen bei der Paarung – Wanzenmännchen haben einen Säbelpenis.

Ganz besonders grausam finde ich das Paarungsverhalten dieser Wanzen.

Da bei Wanzen das Weibchen keine Vagina besitzt, schlitzt ihr das Männchen mit seinem säbelartigen Penis einfach den Hinterleib auf und injiziert sein Sperma in ihre Bauchhöhle. Die Samenzellen wandern dann selbstständig Richtung Eizellen, überflüssiger Samen wird vom Weibchen einfach verdaut.

„Foto 6“ – Fortpflanzungsorgan eines Läusemännchens.

„Foto 7“ – Penis eines Läusemännchens mit „Scheidenspreizer“.

Um sein kompliziertes Fortpflanzungsorgan bei Weibchen einführen zu können, setzt das Läusemännchen einen „Scheidenweiter“, einen so genannten Dilator ein. Dazu krabbelt es von hinten unter das Weibchen und klammert sich mit seinen Vorderbeinen fest. Mit dem Dilator hakt es sich ein. Dann vollführt das Weibchen einen Kopfstand und hebt das Männchen dadurch hoch. Erst dann ist der Läusemann in der Lage, seinen Penis einzuführen und sein „Erbgut“ zu übertragen. Für mich stellt sich sehr wohl die Frage, warum muss das „alles“ so umständlich, schmerzvoll und unangenehm ablaufen?

Damit es vielleicht weniger Paarungen und somit weniger Läuse auf dieser Welt gibt?

Leider gibt es trotz allem noch viel zu viele!

Inzest gehört z.B. bei den Adactylium-Milben zum normalen Alltagsleben. Dieser „Ablauf von Inzest“ ist nahezu unvorstellbar. Schon im Mutterleib begatten die ungeborenen Männchen ihre Schwestern. Damit haben sie ihre Aufgabe erfüllt und sterben. Sie sterben also noch, bevor sie auf diese Welt gekommen sind. Die Töchter hingegen fressen ihre Mutter von innen heraus bei lebendigem  Leib auf. Statt einer Geburt verlassen sie nur die Leichenhülle, um bald darauf das gleiche Schicksal zu erleiden.  

Was die diversen „Abläufe“ in der Natur betrifft, gibt es manchmal die Aussagen: „Es wird schon alles seinen Sinn haben“, oder „Tiere können niemals so grausam wie Menschen sein“. Obwohl ich mich schon seit vielen Jahren mit der Insektenforschung beschäftige, kann ich diese „Aussagen“, zumindest was die Insekten betrifft, keinesfalls bestätigen.

Natürlich könnte ich noch wesentlich mehr über Insekten berichten, aber ich finde, dieser Beitrag ist bereits lange genug.

Vermutlich gibt es einige Leserinnen und Leser die vielleicht meinen, so genau und „Sexistisch“ wollten wir das alles gar nicht wissen. Darum beende ich auch diesen Beitrag und bitte um Verständnis, aber ich konnte ihn leider nicht „Schonungsvoller“ schreiben, da die Natur eben nicht immer „Schonungsvoll“ ist!

Liebe Funkkolleginnen, liebe Funkkollegen, liebe Freunde des Echo Foxtrott Whisky – Clubs, alles Gute,  weiterhin viel Freude mit dem CB – Funk und nachdem ihr diese Zeilen gelesen habt, werden doch sehr viele recht froh sein, dass sie der „Storch“ als Menschen und nicht als Insekten auf diese Welt gebracht hat. 

2007
Henry 1